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Offizielle Einweihung der Integrierten Leitstelle

Nach zwei Jahren Bauzeit ist heute offiziell die räumlich erweiterte und technisch erneuerte Integrierten Leitstelle Göppingen in Betrieb genommen worden.

Oberbürgermeister Alex Maier wies in seiner Rede auf die "zeitweise starken Lärmbelästigungen während der Baumaßnahmen"hin. "Die Vorstellung eine Telefonreanimation anzuleiten und ein Bohrhammer ist im Hintergrund zur hören ist", beschreibt ganz eindrücklich die zeitweise Situation in der Leitstelle, so das Stadtoberhaupt.
 

"Die Notrufnummer 112 muss ständig erreichbar bleiben. D.h. , es musste unter laufendem Betrieb durchgeführt werden, was einen erheblichen organisatorischen und personellen Aufwand bedeutete. Vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen, " so Benjamin Orth, Leiter der Intergrierten Leitstelle Göppingen für den Bereich Feuerwehr.

Weil die Leitstelle selber vergrößert wurde und jetzt vier Disponenten Platz bietet, musste sie sogar zwischen Oktober und Dezember 2021 interimsweise in den Lehrsaal der Feuerwehr umziehen und danach wieder zurückkehren.

Kostenrahmen eingehalten

Der Respekt und der Dank kam denn auch von Landrat Edgar Wolff, von Peter Hofelich, dem Präsidenten des DRK-Kreisverbands Göppingen sowie des Göppinger Oberbürgermeisters Alex Maier. Da der Landkreis, der Kreisverband Göppingen des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Stadt Göppingen Träger und Betreiber der ILS sind, brachten sie ihre Freude über die geglückte Renovierung und Modernisierung zum Ausdruck.

2007 ging die ILS wegen gesetzlicher Vorgaben aus der Feuerwehrleitstelle und der Rettungsleitstelle des DRK am Eichert hervor, erinnerte Edgar Wolff die Anwesenden. „Man war kritisch, aber die Leitstellen in Baden-Württemberg sind ein Erfolgsmodell“, sagte er. Seit 2007 hätten sich sowohl die Gegebenheiten wie etwa die gestiegenen Einsatzzahlen (siehe Infokasten) als auch die technischen Anforderungen sehr verändert, machte er deutlich. Mit einem neuen Einsatzleitsystem und weiterer komplexer Technik wie etwa die Anbindungen an den Digitalfunk „sind wir zukunftsfähig aufgestellt“, betonte er. Auch freute sich Landrat Wolff, dass „mit 2,1 Millionen Euro der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten werden konnte“.

Dass die Zusammenarbeit zwischen den Trägern und die vielen Entscheidungen im Vorfeld von zahlreichen Kompromissen begleitet waren, ließ Peter Hofelich durchblicken. „Ich fühle Freude, aber auch Genugtuung darüber, dass wir es geschafft haben“, sagte er im Hinblick auf die personelle und fachliche Ausstattung sowie die Standortsuche im Vorfeld. Mit Peter Welsch und Benjamin Orth gibt es jetzt eine Doppelspitze bei der ILS, außerdem seien zwei IT-Spezialisten als Systemkoordinatoren eingestellt worden. Mit speziellem Dank in Richtung der Vertreter der Krankenkassen unter den Gästen freute sich Hofelich auch darüber, „dass es gelungen ist, das alles zu finanzieren“.

„Wir wissen, dass Ihre Arbeit dem Schutz der Bürger und dem Schutz von Leben gilt, darum haben wir das gerne unterstützt“, sagte Göppingens Rathauschef Alex Maier in seiner Ansprache, wobei er hinzufügte, dass sein diesbezüglicher Dank noch seinem Vorgänger Guido Till gelte, der das Ganze im Vorfeld mitverantwortet habe. Er ging auf die räumlichen Veränderungen ein: die Leitstelle selbst, die vergrößert und um einen Disponenten-Arbeitsplatz erweitert wurde, zwei neue Büros für die Leiter, das Büro für die Systemadministratoren, der neue Serverraum. Maier erwähnte auch, dass der Lehrsaal der Feuerwehr um ein Viertel verkleinert wurde, um Platz für den IT-Raum zu generieren.

Im Anschluss an die Reden führten Welsch und Orth die Gäste durch die neuen Räumlichkeiten, wo sie sowie Kreisbrandmeister Michael Reick noch zahlreiche Fragen beantworteten.

Zahlen und Fakten bei der Integrierten Leitstelle

Die ILS ist für den gesamten Landkreis Göppingen zuständig.

Im Jahr 2021 gingen 168 618 Anrufe ein, davon waren 42 149 Notrufe. Das sind durchschnittlich 462 Anrufe pro Tag. Daraus erfolgten 32 382 Rettungsdienst-Einsätze, 29 424 Krankentransporte, 1948 Feuerwehr-Einsätze sowie 41 Einsätze des Technischen Hilfswerks.

Bei der ILS gibt es sieben Einsatzleitplätze sowie vier Ausnahmeabfrageplätze (etwa bei Katastrophenfällen). Davon sind zwei Plätze 24 Stunden 365 Tage im Jahr besetzt, ein weiterer von 6 bis 23 Uhr und einer von 10 bis 20 Uhr.

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